Fachschaft Lehrerbildung im Dialog mit Ministerialrat Hirner
Die Fachschaft Lehrerbildung der TU München hat Herrn Ministerialrat Hirner vom Kultusministerium zu einer Diskussionsrunde am 03. Febr. in die Lothstraße eingeladen um über die Sondertraineemaßnahme für FH - Absolventen im Metall- und Elektrobereich zu sprechen.
Die "privilegierte Sondermaßnahme" für FH- Absolventen, die ein Maschinenbau- oder Elektrotechnikstudium abgeschlossen haben und nun mit bestimmten Voraussetzungen durch ein Traineeprogramm in den höheren Dienst der beruflichen Schulen einsteigen können, wurde in diesem Gespräch diskutiert. Die Brisanz und Wichtigkeit dieses Themas zeigte sich darin, dass 35 Studenten aus den Fachrichtungen Metalltechnik und Elektrotechnik, sowie mehrere Berufsschullehrer und Vertreter des ZLL teilgenommen haben.
Herr MR Hirner stellte zuerst die Notwendigkeit dieser Maßnahme dar und begründete diese mit einem Defizit von 160 Lehrkräften in Bayern, um die Nachfrage einigermaßen vernünftig abdecken zu können. Im Bereich Metalltechnik fehlen in etwa 110 und in Elektrotechnik 50 Lehrerinnen und Lehrer.
Herr Hirner verwies auf die Tatsache, zuerst Gespräche mit Lehrerverbänden, Landespersonalräten und Direktoren geführt zu haben, die anfangs zwar strickt dagegen waren, jedoch auf Grund der prekären Lage, im Endeffekt für die Maßnahme gestimmt haben. Der „Befreiungsschlag“, so die Worte des Ministerialrats, soll gelingen, indem im Februar und im September jeweils 40 Bewerber eingestellt werden.
Für den ersten Einstellungstermin im Februar hat man gut ausgewählt und nur den Besten eine Anstellung ermöglicht. Es sind 170 Bewerbungen im Kultusministerium eingegangen. Die Auswahl fiel auf 46 Bewerber, wobei jedoch aus verschiedenen Gründen nur 17 zum Dienst für die beruflichen Schulen in Metalltechnik und Elektrotechnik angetreten sind, so Herr Hirner weiter.
Bei den Lehramtsstudenten für berufliche Schulen der TU München stößt diese "Sondertraineemaßnahme" jedoch gerechtfertigter Weise auf sehr viel Unmut und Unverständnis, da
- die Trainees während der 3 jährigen Ausbildung 2880 Euro brutto verdienen, wohingegen ein normaler Referendar nur 1083,62 Euro brutto bekommt.
- die FH- Absolventen sich eine „Wunsch- Schule“ aussuchen können um dann anschließend die gesamte Zeit ihrer Ausbildung dort zu verbringen
- die Sondertrainees an der Technischen Universität eingeschrieben, jedoch von Studienbeiträgen befreit sind und hier ihre „pädagogische Ausbildung“ absolvieren
Forderungen der Lehramtsstudenten für berufl. Schulen an Herrn Ministerialrat Hirner:
- Gleiche Bezahlung für Lehramtsstudenten im Referendariat,
- Rückzahlung der Studiengebühren für Lehramtsstudenten,
- Einstiegsmöglichkeiten in das Referendariat zum Halbjahr,
- Nur ein Jahr Referendariat, das zweite Jahr wird während des Studiums absolviert und kann angerechnet werden,
- Stipendien für Lehramtsstudenten, zumindest in Mangelfächern, um einen gewissen Anreiz zu schaffen, den Bedarf in diesen Fachrichtungen zu decken,
- nachträgliche Zahlung der Referendarsbezüge, wenn der in den ersten Monaten Prüfungsergebnisse (Zeugnisse) noch ausstehen.
Herr Hirner versprach, dass dies eine „einmalige“ Angelegenheit sei und es in den nächsten 10 Jahren keine ähnlichen Sondermaßnahmen geben werde.
Diese Tatsache stellt die Studenten der TU München aber keineswegs zufrieden und sie werden deshalb weiterhin über die Fachschaft Lehrerbildung, über den Verband der Lehrer an berufliche Schulen VLB und über den Hauptpersonalrat gegen diese Ungleichbehandlung vorgehen und weiterkämpfen.
Christoph Brandhuber
Fachschaft Lehrerbildung