Gedanken zum Jahr 2009
Liebe Lehramtsstudenten, morgen ist es ja soweit, das Christkind kommt und das Jahr 2009 neigt sich dem Ende zu. Für uns als Interessenvertretung der Lehramtstudierenden und auch für mich persönlich war es ein sehr ereignisreiches Jahr, in dem wenig Zeit zum verschnaufen war. Umso wichtiger ist es, sich am Jahresende Zeit nehmen um nochmals alles zu reflektieren und daraus zu lernen.
Ich möchte dies anhand von Zitaten tun, die unser Handeln ganz gut beschreiben und beginne mit Marc Aurel der sagte:
"Verschiebe nicht,
lass Gelegenheiten nicht ungenutzt,
schweife nicht vom wesentlichen ab,
denn das Leben ist kurz."
Marc Aurel
Ich denke diesem Leitsatz sind wir gerecht geworden indem wir Probleme aufgriffen sobald sie auftauchten und sogleich nach möglichen Lösungen suchten. Auch
wenn es dann manchmal Enttäuschung gab, wenn nicht alle unsere Vorstellungen sofort umgesetzt werden konnten. Aber wie heißt es so schön, der stete Tropfen höhlt den Stein. Wenn auch wir nicht selbst davon profitieren, vielleicht dann aber die nach uns. Fachschaftsarbeit und Verbandsarbeit war schon immer eine Art Generationenvertrag. Wir profitieren von dem was unsere Vorgänger machten und unsere Nachfolger profitieren von dem was wir nun aufbauen. Dazu noch ein Zitat:
"Willst du im laufenden Jahr ein Ergebnis sehen, so säe Samenkörner.
Willst du in zehn Jahren ein Ergebnis sehen, so setze Bäume.
Willst du das ganze Leben lang ein Ergebnis sehen, so entwickle die Menschen."
Kuan Chung Tzu
Als Beispiel hierführ unser Engagement in Sachen Referendarsbezüge. Auch wenn die Bezüge nicht sofort nach der Podiumsdiskussion erhöht wurden, ist die Diskussion jetzt im Gange und ich gebe jetzt mal eine persönliche Einschätzung ab, bis 2011 werden die eigenverantwortlich gehaltenen Stunden der Referendare auf Jahresstundenbasis vergütet, was bei 17 gehaltenen Stunden etwa 350 Euro mehr pro Monat bedeuten würde. Ich bin höchst zufrieden was wir in dieser Hinsicht erreichten, denn es ist weit mehr als uns die meisten zutrauten.
„Gib dich zufrieden, wenn es auch nur den kleinsten
Fortschritt gibt und denke daran,
dass dieses Resultat eben keine Kleinigkeit ist.“
Marc Aurel
Gerade auch im Zusammenhang Referendarsbezüge hörten wir oft Aussagen wie: das bringt doch eh nichts. Goethe sagt: "Es bleibt einem jedem immer noch soviel Kraft, das auszuführen, wovon er überzeugt ist."
Was mich in diesem Jahr oft enttäuschte sind diejenigen, die immer nur schimpfen wenn etwas nicht passt, sich selbst aber nicht engagieren und auch nicht das wertschätzen was schon erreicht wurde. Wenn man John P. Kotter von der Harvard Business School glauben darf, liegt das wohl in der Natur des Menschen, er schreibt:
„People will not make sacrifices, even if they are
unhappy with the status quo, unless they think
the potential benefits of change are attractive
and unless they really believe that a transformation
is possible.”
John P. Kotter
Was ich persönlich im letzten Jahr lernen konnte und als besonders wichtig erachte ist, dass rationales Handeln nicht in Widerspruch zu Emotionalität stehen muss. Wir diskutieren oft Themen die uns emotional berühren, sprich die uns ärgern, freuen, Unzufriedenheit hervorrufen oder auch ängstigen. Emotionen sind wichtig und der Antrieb für unser Tun.
Rein emotional zu handeln kann unser Urteilsvermögen trüben und wichtige Rahmenbedingungen vergessen lassen.
Ich würde mich als emotionalen Menschen bezeichnen, versuche aber, mich an den Rat von Marc Aurel zu halten der sagt: „Die Vernunft soll die Emotion leiten“.
Was bedeutet Vernunft? Hans H. Hinterhuber definiert in seinem Buch „Leadership“ Vernunft wie folgt:
Vernunft = Wissen + Verhalten + positiver Zweck.
Was kann man daraus ableiten? Einer der elemantersten Grundsätze der stoischen Ethik ist der Grundsatz:
- dass man die Dinge so akzeptieren muss, wie sie kommen;
- dass man sich auf das beschränkt, was man kann,
- dass man aber dafür sorgen soll, dass die Dinge so kommen, wie man sie nach Maßgabe unserer Möglichkeiten gerne haben möchte. (vgl. Hans Hinterhuber, Leadership, Seite 32)
Entschlossenheit ist demzufolge eine wichtige Eigenschaft. Es ist richtig und wichtig sich hohe aber erreichbare Ziele zu setzen, diese überzeugend darzulegen und sie letztendlich auch zu erreichen. Entschlossenheit heißt auch, ständig etwas weiter zu streben als es andere für möglich erachten.
Die nächste Eigenschaft ist Glaubwürdigkeit. Ich erwarte von anderen und auch von mir selbst das Worte und Handlungen übereinstimmen. Das klingt idealistisch, ist aber aus meiner Sicht die Grundlage für erfolgreiche Zusammenarbeit und ein glückliches und zufriedenes Miteinander.
„Sage dir immer: Ich kann, wenn noch so einsam,
an allen Orten glücklich sein; denn glücklich ist, wer sich
selbst ein glückliches Los bereitet, dies ist:
gute Vorstellungen, gutes Streben, gute Handlungen.“
Marc Aurel
Ich wünsche euch allen ein frohes Weihnachtsfest, erholsame Feiertage, einen guten Rutsch in ein für alle erfolgreiches Jahr 2010. Ich freue mich auf die weitere Zusammenarbeit im neuen Jahr und möchte mich nun mit einem letzten Zitat in den Weihnachtsurlaub verabschieden.
„Ich habe mich von nichts mehr überzeugt,
als dass ich meinen Lebensweg nicht nach den
Meinungen anderer bestimmen darf.“
Sokrates
Mit weihnachtlichen Grüßen
Euer Vorsitzender
Christoph Schindler
Literatur:
Hans H. Hinterhuber (2007): Leadership, 4. Auflage, Frankfurt am Main
John P. Kotter (1996): Leading Change, United States of America