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Seminarwochenende der Fachschaft Lehrerbildung

by Christoph Schindler last modified 16:20, 07.11.2008

Wie lernt man sich kennen, wenn alt eingesessene Studenten aus dem fünften und siebten Semester sich mit neuen, engagierten Erstsemestern treffen? wo verbringt man ein solches Wochenende und was macht man dort?

Seminarwochenende der Fachschaft Lehrerbildung

Gruppenfoto

All diese Fragen waren bereits geklärt und mit der Reservierung des Erdhauses „Waldwelt“ und dem Programmablauf festgelegt. Nach einer kurzen Kennenlern-Runde und dem Abendessen erläuterte Rudi Keil, der Bezirksvorsitzende Oberbayern des Verbands der Lehrer an beruflichen Schulen VLB, die Vielfalt und die Menge der beruflichen Schulen, für die der Verband zuständig ist.

Im Anschluss gab Wolfgang Lambl, der Landesvorsitzende des VLB, einen Einblick in die Lobbyarbeit des VLB und die Ziele die der Verband verfolgt, darunter die Verdoppelung der Referendariatsbezüge. Er äußerte die Hoffnung auf Bewegung in der Bildungspolitik durch die politische Kursänderung in Bayern. Anhand des Berufsfeldes Metall machte er außerdem auf den Lehrermangel aufmerksam.

Monika Reichert informierte daraufhin über die Tätigkeiten des Philologenverbands und deren Publikationen, darunter der „Ratgeber“ für die Referendare. Wie erwartet sind die Anstellungschancen im Gymnasialbereich etwas schlechter als im Beruflichen Bereich.

Nun stellten sich die Studenten mithilfe eines selbstgemalten Plakats ausführlich der Gruppe und den Vertretern der Lehrerverbände vor. Jeder Teilnehmer nannte die Beweggründe warum er/sie den Lehrerberuf ergreifen will. Als letzter stellte sich auch der Präsident der Fachschaft Lehrerbildung und Studentensprecher des VLB Christoph Schindler vor und legte in gewohnter Manier noch eins drauf: In einer extravaganten Präsentation forderte er sowohl von der Politik als auch den Berufsnachfolgern einen Aufbruch. In einer globalisierten Welt, die immer näher zusammenwächst und in der der beschleunigte technologische Wandel den Ton angibt ist die Bildung das wichtigste Gut eines Landes. Der Lehrer muss derjenige sein, der diese Bildung vermittelt. Deshalb verlangte er mehr Anerkennung für den Berufsstand des Lehrers seitens der Gesellschaft, „die uns als faule Säcke sieht, die nur jammern“. Aber auch die Lehrer haben dazu ihren Teil beizusteuern: „Nicht jammern, sondern gemeinsam etwas bewegen“, so Schindler.

Danach war Raum für persönliche Gespräche und Diskussionen sowie die Geburtstagsfeier von Anja Stölzle in geselliger Runde. Für das Freibier vom VLB sei an dieser Stelle nochmals gedankt.
Am Samstag morgen wurde der Kater mit einem Frühstück auf kulinarisch höchstem Niveau vertrieben, und zumindest die meisten lauschten dem Vortrag des Geschäftsführers des Zentralinstituts für Lehrerbildung und Lehrerfortbildung Dr. Karl Glöggler über die Möglichkeiten eines Auslandssemesters für Lehramtsstudenten sowie Stipendien. Besonders große Aufmerksamkeit erregte er mit dem blitzschnellen Trick, ein T-Shirt auf asiatische Weise zusammenzulegen. Außerdem grenzte er den Lehramtsstudenten vom Studenten einer einzigen Fachrichtung ab: „Meine Lehrämtler können nicht ganz so hoch springen wie die anderen, aber das sind dafür Zehnkämpfer“ und auch er forderte mehr Selbstbewusstsein zu zeigen.

Um die wissensgeladenen Köpfe etwas mit Sauerstoff zu versorgen ging es nun draußen mit erlebnispädagogischen Spielen von Ulrich Zell weiter, die auch im Unterricht gut Verwendung finden können.
Danach fand sich die Fachschaft zu Workshops zusammen, deren Ergebnisse später noch dargestellt werden.
Im Anschluss ging es für ein weiteres Spiel wieder an die frische Luft. Ein Netz zwischen den Bäumen musste von jedem Teilnehmer passiert werden ohne die Schüre zu berühren. Dafür war die Hilfe der Anderen war dafür unverzichtbar, denn jedes Loch im Netz durfte zudem nur einmal benutzt werden. Dieses Spiel ließ der Küchencrew ein wenig mehr Zeit ein weiteres Festmahl fertig zu stellen. Was auf Grund der Tatsache, dass die Küche nur für einen kleinen Haushalt ausgelegt war, eine Kunst für sich darstellte.

Nach dem Mittagessen stand die Auswertung der Gruppenarbeiten auf dem Plan. Hier die wichtigsten Ergebnisse in Kürze:
Als Erstes wurde über das Motto des anstehenden Lothstraßenfestes abgestimmt. Die betreffende Arbeitsgruppe, bzw. das Team hatte eine große Auswahl anzubieten, die sich gegenseitig in ihrer Kreativität überboten. Die Mehrzahl der Stimmen fiel auf „Dirty Drinking“, angelehnt an den Kinofilm „Dirty Dancing“ und die dazugehörigen Werbeplakate.
Ein weiteres Team hatte Plakate zur bevorstehenden Fachschaftsvollversammlung entworfen. Die Plakate machten auf verschiedene Themen aufmerksam, die von dem Team näher dargestellt wurden. So wurde von Jürgen Pauly das Thema der Studiengebühren angesprochen: „500 Euro – für was?“. Jenny behandelte das Thema: „Öffentlich in München verkehren“, was weniger auf eine überholte Forderung der Hippies abzielte, als vielmehr auf die beschämende Tatsache, dass die MVV immer noch kein Semesterticket für Studenten anbietet. Der Forderung nach diesem Tickt sollte auf der Fachschaftsvollversammlung nachdrücklich Ausdruck verliehen werden. Zudem wurden von diesem Team die Tops „Hilfe ein Fest“, „Auslandsstudium“ und „allgemeine Fragen zum TUMpaed“ vorgestellt.
Ein weiteres Team beschäftigte sich mit der Umgestaltung des Fachschaftszimmers in der Lothstraße. Die allgemeine Überzeugung war und ist, dass das Fachschaftszimmer im aktuellen Zustand eine Zumutung für alle sei. In diesem Team fanden sich also all jene zusammen, die immer schon mal Innenarchitekten werden wollten. Nach einer langen und tiefen Diskussion stellte dieses Team seine Ergebnisse vor, welches auf allgemeine Anerkennung stieß. Als erste Maßnahmen werden einige Möbel ausgetauscht, die Farbgebung der Wände verändert und die Beleuchtung verbessert.

Das letzte Team beschäftigte sich mit der Pflege der Homepage. Jürgen Pauly stellte den Aufbau der Homepage kurz vor und zeigte sogleich die Neuerungen auf, die die Homepage der Fachschaft noch ansprechender und strukturierter machen sollen.

Nach einer kurzen Pause fanden sich die Teilnehmer des Seminars wieder in Gruppen zusammen. Die einzelnen Ämter der Fachschaft wurden von den jeweiligen Vertretern vorgestellt. Innerhalb der Gruppen wurde dann für Nachfolge geworben, mit unterschiedlichem Erfolg.

Im Endspurt gab es dann noch eine letzte Aufgabe: Vorschläge zur Verbesserung der Fachschaft im Allgemeinen. So wurden mehr gemeinsame Aktionen vorgeschlagen, was im Umkehrschluss auf das hervorragende Klima des Seminars hindeutete. Aber auch Vorschläge, wie die Verbesserung der Kommunikation durch Optimierung des FSLB-Mailverteilers, intensiveres Kennen lernen von „Erlebnispädagogik“, sowie die Organisation von Lerngruppen innerhalb der Fachschaft wurden gemacht. Zudem stellte der Präsident Christoph Schindler nochmals anschaulich dar, dass die Fachschaft eine Organisation ohne Hierarchie ist.

Zum Abschluss des Seminars wurde nochmals ein pädagogisches Spiel gemacht, indem es darauf ankam die Erlebnisse und Eindrücke des Seminars mit den verschiedensten Partnern zu formulieren. Näheres dazu, und all den anderen Spielen in einschlägiger Fachliteratur, oder bei Uli…
Am Seminarende blieb nur noch die Hütte wieder herzurichten. Dank hervorragender Teamarbeit war dies in wenigen Minuten getan.

Zum Schluss des Artikels, der freilich nur ein ganz grober Abriss vom Seminar sein kann muss ein Dank all denen ausgesprochen werden, die dieses Seminar durch ihre Organisation ermöglicht haben! Es war für alle Erstsemester ein perfekter Einstand in das Studium und die Teilnahme an folgenden Seminaren sei allen wärmstens empfohlen!

Stefan Wieczorek, Korbinian Speer
FSLB


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